133. Beitrag

Heute wieder ein neuer Beitrag:-). Ich habe mir letzte Woche wieder eine kurze Auszeit an der Nordsee gegönnt. Dorthin ziehe ich mich immer zurück, wenn mir die Welt um mich herum zu viel wird. Wenn im Außen zu viel los ist. Aktuell ist es das Thema Umzug, was mich auf der einen Seite riesig freut, mich auf der anderen Seite aber auch tierisch stresst. Das Packen, Aussortieren, Verkaufen, Verschenken, Nachmieter suchen, … All das braucht viel Zeit und Kraft. Zudem bereite ich parallel ja den Wiedereinstieg ins Berufsleben vor, was mich ebenso freut wie stresst. Es sind oft zwei Seiten einer Medaille, die verschiedene Situationen im Leben mit sich bringen. Freude, Zuversicht, Hoffnung, Mut. Und gleichzeitig auch Angst und Unsicherheit. Viele starke Gefühle prallen aufeinander, was dann oft dazu führt, dass ich mich ein paar Tage zurückziehe, um Abstand zu gewinnen und abzuwägen, was für den Moment Priorität hat. Was kann warten und was muss definitiv erledigt werden? Was geht auch später? 

Um das herauszufinden helfen mir lange Spaziergänge am Strand, Schiffe gucken, den Blick in die Ferne schweifen und die Gedanken ziehen zu lassen. Das erdet mich sehr! Wenn ich meine Gedanken, die nur wenig mit der Realität zu tun habe, den Schiffen mitgebe und sie aufs Meer ziehen lasse, kehre ich wieder zu mir zurück. Mehr noch: Ich verbinde mich wieder mit der echten Welt; mit dem Leben draußen, vor dem ich ja eigentlich geflüchtet bin, da es mich zeitweise immer wieder überfordert. Aber ist es wirklich die Welt da draußen, die mich überfordert?

Ich glaube, dass es eher meine Gedankenkreise und Ängste sind, die mich so oft begleiten und manchmal Überhand nehmen. Ich glaube auch eher, dass diese Gedankenkreise und Ängste aber durchaus durch die Außenwelt ausgelöst bzw. verstärkt werden. Insbesondere dann, wenn es Situationen sind, die ich nicht alleine beeinflussen kann sondern auch andere Menschen dran beteiligt sind. Dann wird es schnell kritisch für mich, da ich es gewohnt bin, meine eigenen Bedürfnisse unterzuordnen und den Bedürfnissen meiner Mitmenschen größeres Gewicht beizumessen. Die logische Konsequenz ist dann der Zustand, dass ich mich von mir selber entferne, das Außen immer mehr Einfluss auf mich nimmt; ich mich fremdbestimmt fühle und immer weiter von mir wegdrifte, sodass die Überforderung oft zu stark wird und ich mich nur noch zurückziehen kann. 

Damit das nicht so oft passiert, ist es also enorm wichtig, meine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, diese mitzuteilen und sie schlussendlich zu berücksichtigen bzw. umzusetzen. Das ist nicht unbedingt leicht aber es ist möglich. An dieser Thematik arbeite ich schon sehr lange. Oft auch schon mit großem Erfolg. Ich brauche dafür lediglich jeden Tag meine Zeit, in der ich komplett mit mir alleine bin. In der ich spüren und wahrnehmen kann, wie es mir grade geht und wie fit ich bin. Mehrmals am Tag ist dabei extrem wichtig, da meine Kraft oft noch schwankt; ebenso wie meine Stimmung. Beides variiert oft mehrmals am Tag. Heißt aber auch, geht zum Beispiel eine Verabredung morgens nicht, ist sie aber z. B. nachmittags oder abends möglich. Und wenn nicht heute, dann eben morgen. Ich habe gelernt und verstanden, dass jeder Tag anders ist und jeder Morgen wieder eine neue Chance bietet. Ich habe gelernt, mir nicht mehr so viel Druck zu machen, wenn etwas ansteht. Entweder ist es zu dem Zeitpunkt möglich oder eben nicht. Wenn nicht, dann aber zu einem anderen Zeitpunkt. Diese Option ist oft sehr befreiend und führt dazu, dass vieles wirklich so laufen kann, wie ich es mir vornehme bzw. plane. Entscheidend ist dabei lediglich, dass ich mich auch umentscheiden darf. Dafür brauche ich eben mehrmals am Tag meine Auszeiten, um bei mir zu bleiben; mich zu spüren; meine Bedürfnisse wahrzunehmen. Denn diese sind genauso wichtig wie die meiner Mitmenschen. Das muss ich mir nur immer wieder bewusst machen. Es mir selber wert zu sein. Es mir zuzugestehen. Damit steht und fällt alles. Bekomme ich diese Balance hin, habe ich eine gute Chance, mich selber nicht so oft zu überfordern bzw. mich fremdbestimmt zu fühlen und mich von Außen überfordern zu lassen. Ja. Das ist ein großer Balanceakt und eine enorme Herausforderung. Nicht leicht aber machbar. 

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende:-). Worauf habt ihr Lust? Oder eben auch nicht? Hört mal bewusst in euch hinein und versucht mal, es umzusetzen. Das werde ich auch machen. Ist ja auch ziemlich spannend, sich selber ein Stück weit besser kennen zu lernen und zu entdecken. Eine Reise zu uns selbst:-). Bis bald, eure Nina

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