150. Beitrag (23.03.2025)

Heute bei schönstem Frühlingswetter mal wieder ein neuer Beitrag:-). Es ist ziemlich ruhig geworden um diesen Blog und auch um die dazugehörige Facebook Seite. Manchmal ist es das Leben, was dazwischen kommt und geregelt werden möchte. Und manchmal auch die Traumatherapie, die Vorrang hat und mehr Kraft zur Verarbeitung benötigt als ein Vollzeitjob. 

Wir haben in der Therapie gut drei Monate Traumakonfrontation gemacht. Jede Woche eine Stunde. Hört sich nicht unbedingt viel an aber es arbeitet ziemlich nach. In den Tagen nach der Konfrontation musste ich mich immer wieder auffangen und mich gut um mich und meine Gefühle kümmern. Eine sehr emotionale und anstrengende Phase, in der ich sehr viel geweint habe. Vor Schmerz, Trauer, vor dem unfassbaren, was sich in der Konfrontation offenbart hat. Ich habe auch viel aufgrund des Ekel- und Schamgefühls geweint, was manchmal auch nur schwer zu ertragen gewesen ist. Das alles sind alte Gefühle von damals, die in der Konfrontation aber noch einmal durchlebt werden müssen, um verarbeitet werden zu können. Neben all dem, was passiert ist. Da braucht es eine gute Therapeutin, die das mit trägt und auffängt. 

Nur deshalb habe ich mich getraut, in die Trauma Aufarbeitung zu gehen. Weil ich zum Glück eine gute Therapeutin an meiner Seite habe, die mich und meine ziemlich starken alten Gefühle mit auffangen kann. Nach der Stunde bin ich dann damit zwar wieder alleine aber das Traumaverfahren (EMDR) hilft dabei, das Erlebte wieder in die Vergangenheit zu schieben. Dadurch wird das Leben in der Gegenwart wieder leichter und ich werde nicht mehr unvorbereitet von den alten Bildern und Gefühlen eingeholt sondern nur noch, wenn ich bewusst daran denke. Oder auch, wenn ich durch Reizwörter (Trigger) daran erinnert werde. Aber auch dann hat es nicht mehr die Wucht und Intensität wie vorher. Die Bilder verschwinden schneller wieder und emotional bin ich nicht mehr so aufgewühlt. Und es wird auch leichter, darüber zu reden, was passiert ist. Heute, in diesem Beitrag, zwar noch nicht aber ganz bald. Ich spüre, dass es nicht mehr lange dauern wird. 

Denn auch das gehört dazu. Das Erlebte zumindest benennen zu können und es nicht mehr die ganze Zeit mit mir alleine rumzutragen. Nicht mehr länger zu schweigen, denn das zerstört einen Menschen innerlich. Das ist ja auch der Grund meiner Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörung. Und auch der Angstzustände und Panikattacken. Das Schweigen hat tiefe Spuren hinterlassen, denen ich mich jetzt langsam stelle und sie aufarbeite. Für mehr Lebensqualität und Lebensfreude. Um endlich mal wieder Lust am leben zu haben und nicht mehr ständig nur im Überlebenskampf und Funktionsmodus festzuhängen. Um mich wieder zugehörig und verbunden fühlen zu können und nicht ständig nur einsam und alleine. 

So wie es in meinen Zwanzigern war. Das war eine sehr schöne, unbeschwerte Zeit mit viel Lebensfreude und Verbundenheit. Auch, wenn ich weiß, dass ich dort nicht wieder hinkommen werde, möchte ich mir aber die Chance und Möglichkeit geben, zumindest wieder annähernd dort anknüpfen zu können. Das Leben muss mit Mitte Vierzig ja nicht vorbei sein; auch wenn es sich oft so anfühlt. Das ist aber ein Thema, auf das ich in einem separaten Beitrag noch einmal speziell eingehen werde. Die Zeit in der Lebensmitte und die Wechseljahre. Das spielt grade auch eine große Rolle in meinem Leben. Viele Frauen werden das kennen; die Zeit im Wechsel. Eine Zeit großer Veränderungen. Nicht nur im Körper sondern auch in der Psyche. Darüber wird auch viel zu wenig gesprochen, finde ich. Denn auch diese Zeit ist eine spezielle Zeit mit vielen Herausforderungen. Alles nicht ganz einfach im Moment… Auch der Alltag möchte ja nebenbei auch noch bewältigt werden. Haushalt, einkaufen, arbeiten, Organisatorisches, …. Kennen wir ja alle. Also wenn jemand von euch Lesern (besonders Frauen) mir vielleicht schreiben mögt, was euch in der Phase Kraft und Halt gegeben hat dürft ihr das gerne tun. Ich würde mich sehr darüber freuen:-). Ansonsten wünsche ich euch jetzt noch einen schönen restlichen Sonntag und passt gut auf euch auf. Bis bald, eure Nina

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