132. Beitrag

Da bin ich wieder:-). Länger schon ist der letzte Beitrag her. Heute möchte ich euch nun auf den neusten Stand bringen:-).

Wie ihr ja aus den vorherigen Beiträgen wisst bin ich nun seit mehr als zwei Jahren auf Wohnungssuche. Und was soll ich sagen? Tatsächlich bin ich nun endlich fündig geworden!!!! Zum 1.7. geht es in die neue Wohnung:-). Und ich bin sooo glücklich und erleichtert!! Endlich hat die Zeit in meiner alten Wohnung ein Ende…. Zum Glück!! Viel länger hätte ich dort auch nicht mehr bleiben können… Muss ich ja Gott sei Dank auch nicht. Die neue Wohnung liegt auch in Bremen. Sogar mein zweitgrößter Wunsch, aufs Land zu ziehen, hat sich erfüllt:-). Ich habe ja für mich festgestellt, dass die Stadt mir eindeutig zu laut, zu unruhig, zu voll ist… Mein Gehirn kann das nicht mehr filtern… Ich bin schon seit Jahren reizüberflutet, was mich extrem geschwächt hat… Ständig die Reizüberflutung zu unterdrücken und auszublenden konnte ja auf Dauer nicht mehr gut gehen. Das hat viel zu viel Kraft gekostet.. .Und viel unnötiges Leiden verursacht… Ebenso die extreme Hellhörigkeit… In den letzten Jahren habe ich ordentlich Nerven gelassen… Und Kraft. Das gilt es nun wieder aufzuholen. 

In letzter Zeit sind sowohl das Meditieren als auch das Schreiben zu kurz gekommen. Das hat mir nicht gut getan, denn beides hilft mir sehr, meine Anspannung abzubauen und mich emotional zu stabilisieren; nicht mehr so angreifbar und gestresst zu sein; zur Ruhe zu kommen; mich zu ordnen; mich wieder zu spüren. Und das Spüren nicht wieder über leichte Formen der Selbstverletzung laufen zu lassen… Ja, Auch das ist durch die lange Leidenszeit in der alten Wohnung wieder leicht aufgebrochen. Es hat mir geholfen, mich zu entspannen; mich zu spüren, wenn ich wieder weggedriftet bin. Es hat mir geholfen, die schwere Zeit in der Wohnung noch halbwegs auszuhalten, wenn ich mal nicht flüchten konnte… Oder nicht wusste wohin oder zu wem ich gehen kann… Denn dazu hätte ich aus mir rauskommen und auf meine Familie und Freunde zugehen müssen; sie informieren und aktiv fragen müssen… Habe ich aber nicht getan. Es ist immer wieder dieses alte Muster, was in Krisenzeiten aufbricht… Nicht zur Last fallen zu wollen, nicht aufzufallen; immer zu tun, als wenn alles ok ist… 

Mich nicht anvertrauen zu können ist eines meiner größten Probleme. Ich ziehe mich lieber zurück und mache alles mit mir aus… Und zuletzt habe ich dann immer das Problem, dass ich mich mit allem alleine fühle; mich einsam fühle; nicht sichtbar. Und in letzter Konsequenz dann einfach mit allem überfordert bin. Was dann wiederum zu Rückzug führt. Rückzug von meiner Familie, meinen Freunden und meinem Verlobten. Ich sperre einfach alle Menschen, die mir lieb sind, aus meinem Leben aus und gebe ihnen noch nicht einmal die Chance dazu, mir zu helfen. Wie sollen sie es auch wissen, wenn ich nichts sage? 

Zum Glück ist mir dieses alte Muster sehr bekannt und so habe ich es doch zwischendurch, ganz bewusst, geschafft, mich bei meinen Freundinnen zu melden, habe meine Schwester und meinen kleinen süßen Neffen besucht, einmal mit meiner anderen Schwester und einmal mit meinem Verlobten. Habe mich zumindest über den Whatsapp Familienchat immer wieder mit meiner Familie ausgetauscht. Schreiben fällt mir nämlich deutlich leichter als zu reden. Beim Schreiben bin ich komplett bei mir und weiß genau, was ich schreiben möchte. beim Reden sieht es da schon anders aus… Da gibt es ein Gegenüber, das Reaktionen zeigt, vielleicht eigene Bedürfnisse und Wünsche hat, selber Gefühle zeigt. Da wird es für mich dann oft schwer, das auszuhalten. Oft überfordern mich Gefühle meiner Mitmenschen. Zumindest die von mir Nahestehenden. Bei Fremden ist es anders. Da habe ich mehr Abstand und kann mich emotional besser distanzieren. 

Ich glaube, dass ich mich deshalb oft nicht anvertraue, weil ich immer Angst davor habe, dass ich meine Mitmenschen überfordere, weil es ja umgekehrt häufig der Fall ist. Dann denke ich immer, dass muss anderen Menschen doch auch so gehen. Also dass ich sie überfordere. Was aber oft gar nicht stimmt. Als Borderlinerin empfinde ich Gefühle sehr viel stärker und heftiger als andere Menschen. Ich kenne es nicht anders und gehe automatisch davon aus, dass es anderen Menschen auch so geht. Was aber gar nicht zwangsläufig der Fall ist… Klar. Den einen oder anderen werde ich sicherlich überfordern aber die meisten nicht. Ich habe sogar häufig sehr viele ernstgemeinte Hilfsangebote bekommen, wenn ich um Hilfe gebeten oder mich doch mal anvertraut habe. Das ist für mich oft noch schwer zu verstehen. Ich kenne oft nur schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht… Egal auf welchem Gebiet. Ich bin ständig versucht, irgendwo die Mitte zu finden, Kompromisse zu schließen,… All das ist unglaublich anstrengend und kräftezehrend. Mir immer wieder klarzumachen, dass andere Menschen anders empfinden und fühlen als ich. Nicht so extrem sondern gemäßigter. Sie vielleicht ein „normaleres“ Maß an Empfindungen besitzen und nicht in Extremen Leben. Das ist für mich oft noch schwer zu verstehen. Und trotzdem gelingt es mir dann doch immer wieder. Achtsamkeit und Bewusstheit dieser Thematik gegenüber helfen mir sehr dabei. Und das sind in erster Linie das Schreiben und die Meditation. Beides hilft mir, Abstand zu meinen Extremen zu gewinnen und wieder mehr die Mitte zu finden; mich zu spüren und zu verstehen, dass andere Menschen anders fühlen und empfinden als ich. Das spüre ich immer wieder und werde beides mehr pflegen. Egal, wie der Tag verläuft. Und wenn er mal nicht gut ist, dann sollte ich erst Recht eines von beiden tun. In diesem Sinne habe ich heute wieder einen guten Anfang gefunden:-). Vorhin eine Stunde meditiert und euch heute endlich wieder mit diesem Beitrag auf den neusten Stand gebracht:-). Das werde ich jetzt wieder öfter tun:-). Bis bald, eure Nina

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