60. Beitrag

Diese Woche habe ich sehr gut geschafft und bin sogar an 4 Tagen früh aufgestanden. Okay, nur weil ich Termine hatte. Aber es hat gut geklappt und ich habe mich damit gut gefühlt.

Heute sogar so gut, dass ich mich spontan noch zum Lebensmittel retten eingetragen habe. Und auch sonst habe ich die letzte Woche gut für mich genutzt. Mittwoch war ich sogar seit Ewigkeiten wieder auf Fotosafari:-). Das hat unheimlich viel Spaß gemacht! Überhaupt war ich sehr viel mehr draußen und in Kontakt mit meiner Umwelt als in den letzten Wochen. Es haben diese Woche auch einige sehr intensive und aufwühlende Gespräche stattgefunden, die etwas in mir berührt haben… Mehr noch: Sie haben mich auf positive Weise zum Nachdenken angeregt. Das passiert meistens, wenn ein Thema angesprochen wird, über das ich selber schon eine ganze Weile nachdenke. In diesem Fall ging bzw. geht es um das Thema: Innere Bereitschaft. Eigentlich zeichnete es sich deutlich ab, dass es um meine innere Bereitschaft in Bezug auf meinen weiteren therapeutischen Weg geht. Genauer gesagt, ob ich mich noch einmal in eine spezielle stationäre Borderline Therapie begebe. Ambulant würde es bei mir eher nicht so viel Sinn machen, da ich zuviel vermeide und mir dadurch genau die Situationen fehlen, durch die ich lernen kann. Ob ich die stationäre Borderline Therapie antrete oder nicht, weiß ich noch nicht. Da gilt es in nächster Zeit, genauer zu schauen; mich zu informieren.

Was das Nachdenken über eine mögliche weitere Psychotherapie darüber hinaus noch weiter ausgelöst hat, ist das genaue Hinschauen dahingehend, was ich in den vergangenen Therapien alles für mich erreicht habe:-). Was sich deutlich verbessert hat im Vergleich zu früher:-). Zu was ich mittlerweile wieder in der Lage bin; was ich alles wieder kann und was wieder möglich ist. Was heute zwar anders aber trotzdem besser ist als früher. Oft verliere ich diese Veränderungen und Verbesserungen aus den Augen. Insbesondere in Phasen, in denen es mir nicht so gut geht. In Phasen, in denen, wie zum Beispiel auch im letzten Kapitel beschrieben, nur die lebenserhaltenden Maßnahmen möglich sind. Für mehr ist da dann kein Platz…

Und trotzdem war dieses Jahr vieles anders. Ein Jahr, was mich extrem gefordert hat! Wo ich viel lernen durfte:-). Insbesondere was das Thema Abgrenzung gegenüber meinen Mitmenschen angeht. Ich habe oft gedacht, dass ich mich noch immer nicht gut genug gegen meine Mitmenschen abgrenzen kann. Aber dem ist garnicht so, wie sich Donnerstag bei einem der wichtigen Gepräche dieser Woche herausgestellt hat. Im Rahmen dieses Gespräches wurde nämlich sehr deutlich, dass ich mich sehr wohl gegen Emotionen und Situationen abgrenzen kann. Das war mir nicht so richtig bewusst…. Manchmal reicht es aber schon, wenn die richtige Person mich darauf aufmerksam macht… Mir dabei hilft, das zu sehen, was ich noch nicht unbedingt sehen kann… Nach diesem Gespräch sind mir so viele Beispiele einfallen, in denen ich mich abgegrenzt habe. Und zwar ziemlich deutlich und klar! Das waren zum Teil sogar menschliche Missstimmungen (Streitereien), die ich größtenteils an mir abprallen lassen und gleichzeitig bei mir selber bleiben konnte:-)! Und auch an Situationen, wie zum Beispiel Staus, dringende Termine oder Verpflichtungen, konnte ich mich plötzlich erinnern, die ich ziemlich gut gemeistert habe:-). Die mich nicht runtergezogen haben sondern ich auch in diesen Situationen bei mir bleiben konnte:-). Das waren sehr erfreuliche und bestärkende Erinnerungen bzw. in dem Fall konkrete Situationen, an denen ich ganz klar und deutlich meine Weiterentwicklung sehe und spüre! Das sind Momente, die Mut machen! Das Thema Abgrenzung ist vom Gefühl her das Thema, dass den Umgang mit meinen Mitmenschen am deutlichsten erschwert oder sogar behindert. Also meine eigene Angst davor, mich in bestimmten Situationen nicht abgrenzen zu können.

Manchmal ist es absolut notwendig, auf das zu schauen, was man erreicht hat um weiterzukommen; um vielleicht auch das ein oder andere alte Kapitel zu schließen und weiter nach vorn zu schauen. Oder auf die Gegenwart; auf das zu schauen, was vorhanden ist; und nicht so sehr auf das, was fehlt. Oder auf das, was war.

Und bevor es jetzt zu philosophisch wird werde ich für heute Schluss machen:-).

Bis bald, eure Nina

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