121. Beitrag

Heute nach längerer Zeit wieder ein neuer Beitrag:-).

Die letzten Wochen waren nicht ganz einfach. Ständig ging es mit meiner Stimmung auf und ab. Mit der Tendenz, dass es mir eher wieder schlechter als besser geht. Das spüre ich besonders an meiner inneren Unruhe und am schlechten Schlaf, am schnellen Herzschlag und an meiner Dünnhäutigkeit. Die Depression ist also wieder im Anmarsch. Das ist sie immer, wenn ich müde, erschöpt und dabei absolut rastlos bin… Ich halte es dann in meiner Wohnung nicht mehr aus und halte mich irgendwo draußen auf. Das kommt einer gefühlten Obdachlosigkeit gleich…Das kenne ich schon aus dem letzten Jahr. Das macht mich sehr traurig. Eigentlich nur Ruhe haben zu wollen, diese Zuhause aber nicht zu bekommen. Weder tagsüber noch nachts… Jedes Geräusch ist zuviel und stresst mich. Nur im Wald fühle ich mich einigermaßen wohl und gesund. Da halte ich mich so oft es geht auch auf.

Licht und frische Luft helfen da sehr! Und natürlich ganz viel Bewegung in Form von Spaziergängen. Am wichtigsten ist es aber jetzt, Ausweichräume für mich zu finden. Ebenso wie eine Perspektive was das Arbeiten betrifft. Zum Glück gibt es da bereits ein paar Möglichkeiten und Ideen, die sogar umsetzbar wären. Ich spüre einfach, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Den ganzen Tag nicht wirklich was zutun zu haben und in einer Wohnung zu leben, in der ich mich nicht wohl fühle und wo ich in einer Tour durch die Hellhörigkeit hier getriggert werde… Das nimmt so viel Lebensfreude und Lebensqualität…Da muss dringend gegengesteuert werden!

Dafür gibt es eine weitere sinnvolle Möglichkeit: In meinem vorletzten Beitrag hatte ich ja bereits erwähnt, dass ich mir in therapeutischer Sicht etwas überlegt habe bzw. ich nun endlich weiß, dass mir auf Dauer nur eine Traumatherapie hilft, Das weiß ich zwar schon viel länger, war aber bisher nicht bereit, die Traumatherapie anzugehen. Aber jetzt, wo ich meine Meditation und eine Zukunftsperspektive in puncto Arbeiten habe, fühle ich mich endlich bereit dazu. Entweder ambulant oder auch stationär. Ambulant habe ich bisher keinen Erfolg gehabt. Die Therapeuten hatten bisher alle Aufnahmestopp. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, mich auf der Traumastation meiner Wunschklinik anzumelden. Die Anmeldung ist bereits erfolgt. Meine Unterlagen sind nun beim ärztlichen Dienst der entsprechenden Klinik zur Prüfung. Wenn ich es richtig verstanden habe geht es darum, dass die Ärzte dort vor Ort entscheiden, ob ein Klinikaufenthalt sinnvoll ist. Nun heißt es also erstmal auf die Genehmigung warten. Drückt mir mal im Stillen bitte ganz fest die Daumen, dass es stationär funktioniert!! Ansonsten müsste ich es ambulant machen. Das würde nur heißen, die letzten paar Therapeuten auf der Liste durchzutelefonieren und hoffen, dass auf absehbare Zeit ein Platz frei ist. Dieser Zustand ist auch sehr belastend und hat auch dazu beigetragen, dass es mir wieder schlechter geht… Den Sommer über ging es mir eine relativ lange Zeit recht gut. Da konnte ich sogar nachts meine Schlafmedikamente runterdosieren. Aber die äußeren Umstände sind momentan nicht so günstig…

Erschwerend hinzu kommt im Moment auch, dass bei mir viele Gegenstände kaputt gegangen sind, die ich nicht ersetzen kann, weil das Geld dafür fehlt, wie zum Beispiel die Waschmaschine. Das belastet mich auch alles sehr… Momentan gehe ich in den Waschsalon aber das ist ziemlich anstrengend und teuer. Wie ihr seht hakt es im Moment an vielen Ecken und Enden… Da fällt es manchmal echt schwer, noch optimistisch zu bleiben. Ich muss mir meinen Optimismus und meine Lebensfreude im Moment schwer erarbeiten. Jeden Tag wieder aufs Neue… Zum Glück gibt mir der Wald so viel Kraft und Hoffnung. Und mein kleines geliebtes Auto, das mir jeden Tag ermöglicht, weiter am Leben teilzunehmen, rauszukommen, mich draußen sicher zu fühlen und mir vorübergehend auch ein zweites Wohnzimmer bietet.

Momentan hilft mir auch sehr mein Mantra: Ich bin kein Opfer (mehr!). Dieses Mantra steht auch auf meiner Hoffnungswand, die gegenüber von meinem Bett hängt. Jeden Abend schlafe ich mit dieser Gewissheit, die mir mein Mantra gibt, ein und wache morgens wieder mit dem Blick darauf auf. Das trägt mich sehr durch diese Zeit. Und naürlich die Möglichkeit, dass ich zumindest tagsüber in die Stadtbibliotheken gehen und mich dort aufhalten kann. Außerdem habe ich endlich neue Winterschuhe:-). Die sind tatsächlich wasserdicht:-). Somit kann ich auch bei Schnee und Regen draußen spazieren gehen:-). Das freut mich am meisten. Zudem habe ich endlich wieder die Muße und Ruhe zu puzzlen! Ich liebe es:-). Puzzlen ist wie mediieren.Da kann ich mich voll und ganz fallen lassen. Oft so sehr, dass ich an meine Gefühle komme, die ich oft unterdrücke, weil sie so stark sind. Beim puzzlen kommt besonders oft die Traurigkeit durch, die ich in mir trage. Dann kann ich endlich weinen und alles rauslassen. Das tut sehr gut und nimmt sehr viel Druck!! Davon habe ich nämlich grade wieder sehr viel…

Soweit ein kleines Update von mir. Sobald es Neuigkeiten in puncto Traumatherapie gibt, werde ich sie euch mitteilen. Bitte Daumen gedrückt halten:-). Die Traumatherapie ist für mich jetzt das Wichtigste. Alles andere bekommen ich schon irgendwie alleine gelöst. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden. Auch, wenn ich nicht immer so regelmäßig schreibe.

Bis bald, eure Nina

2 Gedanken zu „121. Beitrag

  1. Uwe Scholl

    Hallo liebe Nina.
    Ich weiß nicht ob Du dich überhaupt an mich erinnern kannst. Wir haben uns 2014 meine ich war das in Bad Bramstedt in der Schön Klinik kennen gelernt. Ich hoffe ich darf deinen Blog lesen und würde mich sehr freuen wenn es mit deiner Traumatherapie bald klappt. Ich drücke Dich
    Uwe aus Kreuzau

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    1. Ninchen Beitragsautor

      Hallo Uwe,
      ich erinnere mich noch genau an dich. Es war für uns beide eine sehr anstrengende, schwere, letztendlich aber sehr hilfreiche Zeit.
      Ich hoffe, du kannst auch Jahre später noch etwas davon profitieren. Natürlich darfst du meinen Blog lesen:-). Er ist für alle da.Ich hoffe, dass ich dir damit etwas helfen kann. Und wenn es “nur” das Gefühl ist, mit all dem nicht alleine zu sein.
      Danke auch fürs Daumendrücken. Es gibt leider noch nichts Neues in puncto Traumatherapie. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und glaube fest daran, dass es bald klappen wird.
      Viele Grüße, Nina

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