63. Beitrag

So, ich bin wieder da:-). Ich war 8 Tage im Krankenhaus, auf der Neurologie. Mit Verdacht auf Schlaganfall. Das hat sich, Gott sein dank, nicht bestätigt!! Was mir als Entlassungsdiagnose mitgeteilt wurde, ist auch nicht besonders erfreulich; aber es hätte schlimmer kommen können. Als vorläufige Diagnose kam heraus, dass ich unter chronischer Migräne leide. Das erklärt für mich auch einiges! Insbesondere meinen Zustand in den letzten 2-3 Monaten, bevor ich ins Krankenhaus kam. Ich muss schon seit der Zeit unter permanenten Kopfschmerzen und weiteren Migräneerscheinungen gelitten haben. Die Kopfschmerzen habe ich allerdings fast nie wahrgenommen… Oder verdrängt?… Erst, als es zu spät war. Was ich allerdings schon länger hatte, war das Gefühl, als wenn ich permanent unter starken Beruhigungsmittel stand. Meine ganze Wahrnehmung war verzehrt. Alles war so undeutlich, unklar und schwammig um mich herum…

Ich schätze mal, dass ich mich deswegen auch sehr zurückgezogen habe; in meine Welt; in meine Wohnung. Und auch, dass ich nur noch abends, wenn es dunkel wurde, rausgegangen bin. Da war die Welt dann nicht mehr voller Reize. Durch die Dunkelheit habe ich vieles nicht mehr wahrgenommen. War nicht mehr so überreizt… Zudem habe ich es auch vorgezogen, lieber nachts wach zu bleiben und tagsüber zu schlafen. Und erst aufzusehen und rauszugehen, wenn die Welt draußen wieder ruhiger wird. Das wird mir immer klarer. Die Welt draußen war mir einfach zu laut und zu schnell. Das merke ich auch jetzt noch, nachdem die Symptome abgeklungen sind. Letztendlich war (oder ist) es eine Schutzfunktion meines Körpers bzw. meiner Seele. Zum Glück konnte ich dem in den letzten Wochen auch nachgehen. Dadurch habe ich mir schon ein Stück Erleichterung verschafft. Zwar nicht genug aber doch ein wenig. Letztendlich hat es nicht ausgereicht, sodass ich mit Symptomen eines Schlaganfalls in die Notaufnahme kam. Durch den Krankenhausaufenthalt und die dort erfolgten Untersuchungen konnte es aber ausgeschlossen werden!

Was ich aber noch immer merke- und jetzt noch mehr als vor dem Krankenhausaufenthalt- ist eine extreme Erschöpfung!! Und ich habe noch immer das Gefühl, dass die Welt draußen für mich zu schnell ist… Deshalb gehe ich am liebsten in den Park:-). Dort ist es ruhig und entspannend. Das hilft mir im Moment am meisten. Ruhe und Entspannung! Und natürlich auch Achtsamkeit! Allein, um wieder ein Gefühl für meinen linken Arm zu entwickeln. Ich muss ihn immer wieder anfassen oder ihm Aufgaben geben, um wieder das Gefühl zu bekommen, dass er zu mir gehört… Und auch, um nicht wieder in alte Verhaltensmuster abzurutschen. So ein Krankenhausaufenthalt reißt einen doch ziemlich aus dem Leben und bringt vieles durcheinander… Ja, mich hat es sehr verunsichert und teilweise auch verängstigt… In solchen Momenten ist die Gefahr, wieder in alte Verhaltensmuster zu rutschen, am größten. Da heißt es dann für mich, mich immer wieder zu fühlen, zu spüren; nicht den Bezug zu meinem Körper zu verlieren. Das geht am besten über die Sinne.

Ansonsten nehme ich zur Zeit nur Arzt- bzw. Ergotherapietermine wahr. Also Termine, die für meine Gesundheit unerlässlich sind. Alle anderen Aufgaben, Termine, etc. sind bis auf Weiteres verschoben. Und zwar so lange, bis ich mich wirklich wieder in der Lage fühle sie wahrzunehmen. Ohne, dass es Druck erzeugt oder mich stresst. Gott sei dank bin ich bisher damit überall auf Verständnis gestoßen! Überhaupt habe ich festgestellt, wie schön und wichtig der Zusammenhalt in der Familie ist!! Ohne den Rückhalt und die Unterstützung meiner Familie- und Freunde bzw. Bekannte- hätte ich die Zeit im Krankenhaus, und auch die ersten Tage danach, sicherlich nicht so gut überstanden!! Manchmal weiß ich erst, was wirklich wichtig ist, wenn es verloren zu gehen droht… Vorher ist vieles so selbstverständlich… Und dann passiert etwas und man weiß, was im Leben wirklich zählt und wichtig ist!!

Mit diesem schönen Schlusswort lasse ich es für heute dann auch gut sein:-). Gleich geht es erstmal in den Park.

Bis bald, eure Nina

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