154. Beitrag (17.7.2026)

Heute mal wieder ein neuer Beitrag:-). Und grade habe ich festgestellt, dass mein letzter Beitrag fast auf den Tag genau ein Jahr her ist. Seitdem hat sich sehr viel getan. Sehr viel Wandel, sehr viel Umbruch. Man könnte auch sagen, es geht um die Wiederentdeckung des Alten. Genauer gesagt darum, dass ich mich selbst immer mehr wiederentdecke; mich wieder neu kennenlerne:-). Mein eigentliches Ich, meine Persönlichkeit; einfach das was mich ausmacht.

In meinem Facebook Beitrag um Sylvester rum ging es auch bereits um dieses Thema. Mein Kernthema. Ein Leben lang habe ich immer versucht mich anderen Menschen anzupassen; es immer allen recht zu machen. People Pleasing lässt grüßen. Ich habe im zwischenmenschlichen Kontakt immer die Bedürfnisse der anderen Menschen über meine eigenen gestellt; habe meine eigenen Grenzen ignoriert bzw. diese gar nicht gespürt oder wahrnehmen können. Und das alles nur um ein bisschen Liebe und Anerkennung zu bekommen; oder Zugehörigkeit. Um endlich mal richtig gesehen zu werden. Nicht materiell gesehen sondern emotional. In der Hoffnung, dass auch mich eines Tages jemand anschaut, mir in die Augen sieht und mir das Gefühl gibt, dass meine Seele, meine Gefühle gesehen, geschätzt und angenommen werden. Etwas, was ich in meinem Leben nur äußerst selten erleben durfte. Die meisten Menschen sind emotional unerreichbar. Leider habe ich das oft erst zu spät verstanden und erlebt; als ich schon all meine eigene emotionale Nähe gegeben habe und Jahre später erst gemerkt habe, dass nie etwas zurück kam. Auf materieller Ebene schon und auch eine körperliche Anwesenheit und Präsenz war immer vorhanden. Sicherlich auch ein großer Wille, wirklich präsent zu sein. Aber es hat nie gereicht und war auch nicht genug. 

Das Thema zieht sich leider schon durch mein ganzes Leben. Sowohl emotional nie wirklich ausreichend gesehen worden zu sein als auch mein ständiger Kampf um Liebe und Anerkennung. Ein hartes Thema, womit ich mich in dem letzten Jahr beschäftigt habe. Deshalb war es hier auch so still. Austausch quasi unmöglich. 

Ich musste, und muss teilweise auch immer noch, lernen mit diesem Lebensthema klarzukommen. Also habe ich bei mir selbst angefangen und meine alten Glaubenssätze identifiziert („ich bin nicht gut genug“; „ich bin nur wertvoll, wenn ich etwas leiste“). Und noch ein paar mehr aber hauptsächlich dreht sich das meiste um diese zwei. Dann habe ich geschaut, wo diese Glaubenssätze her komme und welche Stimme sie in meinem Kopf überhaupt sagt. Dabei ist rausgekommen, dass es nie meine eigene Stimme, meine eigene Wertvorstellung war sondern diese Sätze in meiner Kindheit und Jugend entstanden sind.

Durch die Traumatherapie habe ich gelernt, Abstand zu den Traumata aufzubauen, die in meiner Kindheit und Jugend über viele Jahre angedauert haben. Natürlich nicht von heute auf morgen. Und auch geprägt durch viele gefühlte Rückschritte. Und doch stetig. Nach jeder Therapiesitzung wurde der Abstand zu meinen Traumata immer ein bisschen größer. Nicht nur in Bezug auf meine Kindheitstraumata sondern auch in Hinblick auf meine Beziehungen mit Männern, durch die meine eh schon vorhandene posttraumatische Belastungsstörung wieder reaktiviert wurde. 

Aber auch das haben wir gemeinsam über die Zeit in den Griff bekommen, sodass ich immer mehr zu mir selbst zurückkommen und mich selbst wieder finden konnte. Dabei habe ich entdeckt, dass ich auch eigene Bedürfnisse und Grenzen habe und diese nun sehr deutlich mache. Dabei möchte ich es nicht mehr allen recht machen sondern nur noch einer Person: Mir. Schließlich bin ich die wichtigste Person in meinem Leben:-). Mit all meinen Ecken und Kanten; all meinen Fähigkeiten und allem was mich als Mensch ausmacht. Nicht perfekt aber dafür mittlerweile sehr authentisch, empathisch, liebevoll  und echt:-). Der lange und harte Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auch dann wenn es wieder schlechte Phasen gibt oder die Vergangenheit noch schmerzt. Das wird auch nie weggehen. Schließlich ist es ja ein Teil von mir. Und doch gehört es zu mir. Das Gute wie das Schlechte. Das wollte ich euch heute mal berichten:-). Wir hören uns auf jeden Fall wieder:-). Bis bald, eure Nina

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